Wie's bei uns der Brauch war und ist


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Österliches Brauchtum
Palmtragen in WeyarnDas österliche Brauchtum beginnt mit dem Palmsonntag, der uns an den Einzug von Jesus in Jerusalem erinnert. Vielerorts wird dies mit Palmprozessionen begangen. Im Mittelpunkt des Festtages steht die Weihe der "Palmbuschen" aus Weidenkätzchen, Buchsbaum und Eibenzweigen. Die Palmbuschen werden nach der Weihe in die Häuser getragen und im Herrgottswinkel zum Kreuz gestellt, um hier Unheil und Krankheit abzuwehren.

Zum Zeichen der Trauer verstummen bereits am Gründonnertag die Kirchenglocken, der Volksmund sagte "die Glocken fliegen nach Rom". Im Gedenken an das Letzte Abendmahl, bei dem Jesus seinen Jüngern nach jüdischen Brauch die Fußwaschung vorgenommen hat,  findet am Gründonnertag diese in Bischofs- und Klosterkirchen auch heute noch statt. Am  Karfreitag, dem Todestag Christi, herrscht Trauer und Ruhe. Die Frauen tragen an diesem Freitag dunkle Kleidung mit dunkelblauen oder violetten Schürzen. Im Mittelpunkt stehen die in der Kirche aufgebaute, mit Blumen geschmückte Grab Christi.

In der Osternacht verkündet das Läuten der Glocken die Auferstehung Christi. Die Trauer der Karwoche ist beendet. Vor der Kirche wird das Osterfeuer mit Feuerstein und Zunder entfacht und nach der Weihe des Feuers daran die Osterkerze entzündet. Diesem Osterfeuer wird besondere Segenskraft zugesprochen. Es wird nach dem Hochamt von Kindern mit einer Laterne von Haus zu Haus gebracht und mit einem Kienspan übergeben oder von den Kirchgängern gleich direkt mitgenommen. Früher konnte die Bäuerin nun das seit Karfreitag erloschene Feuer wieder anzünden.

Der Brauch, am Ostermorgen die Eier und Speisen zu weihen, ist bis ins 12.Jahrhundert zurück verfolgbar. Er wurde eingeführt als das strenge Fastengebot sogar den Genuss von Eiern, Milch und Käse untersagte. Die Speisen sollten gesegnet sein, damit nach der Fastenzeit der lang entbehrte Genuss nicht schädlich ist. In einem Körbchen werden die Speisen, gefärbte Eier, Salz, Osterfladen, Osterschinken und das gebackene Osterlamm mit der Osterfahne, auch heute noch in die Kirche zur Weihe gebracht. Aus dem geweihten Ei, dem "Benedictio ovorum", wurde das Osterei. Es ist üblich die Eier anzuschlagen, "damit d` Weih a nei kon".

Oascheiben in Gotzing 1934Für die Kinder stellt bis heute das Eiersuchen den Höhepunkt das Festes dar. Dass die Eier bemalt und vom Osterhasen gebracht werden stammt aus römischer Zeit. Der  Hase galt als Symbol der Fruchtbarkeit, des Lebens und des Wachstums. Beliebt ist unter Kindern das "Eierpecken", wobei zwei Kinder je ein Ei mit der Spitze gegeneinander schlagen, bis eines zerbricht. Das zerbrochene Ei bekommt dann der, dessen Ei ganz blieb. In einer Abwandlung diese Spiels, dem "Oarscheiben", lässt man die Eier über einen schräge Bahn rollen. Es gilt das Ei eines anderen "anzupecken". Dem erfolgreichen "Scheiber" gehört dann auch das angepeckte Ei.

 


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