Keltenschanze bei Fentbach

    Die ehemals von den Kelten besiedelte Schanze ist ein etwa 500 m nordwestlich von Fentbach gelegenes Hochplateau, dessen West- und Nordseite durch den Steilabfall zu dem tief eingeschnittenen Mangfall- und Moosbachtal einen natürlichen Schutz aufweist.

    Das Plateau ist heute als Grünland genutzt und im Grenzverlauf mit Hochwald besäumt. Das Ausmaß der Anlage ist daher gut erkennbar. Auf der Südseite ist die Schanze durch einen mächtigen, sich dem Geländeverlauf anschmiegenden Wall befestigt, der steil nach Süden abfällt. Etwa 300 m südlich des Hauptwalles liegt ein nahezu parallel verlaufender Vorwall, der auch noch gut zu erkennen ist.

    Die ursprünglichen Zufahrten in der Südostecke und in der Mitte der Ostseite sind heute mit Gestrüpp zugewachsen. Die südlichen Zufahrten sind erst in jüngerer Zeit entstanden. Bei 1877 durchgeführten Grabungen am Hauptwall wurden brandiger Lehm und Kohlefragmente gefunden, die auf eine Zerstörung der Anlage durch Brand schließen lassen.

    Text: Peter Lermann
     

.Keltenschanze bei Fentbach
Keltenschanze bei Fentbach


     

Was ist überhaupt eine "Keltenschanze" ?

Volkstümliche Bezeichnung für die vor allem in Süddeutschland gehäuft anzutreffenden Reste von Erdgevierten mit umlaufendem Spitzgraben und einem nach Westen, Süden oder Osten, aber nie nach Norden orientierten Tor.

Im 19. Jahrhundert hat Johann Nepomuk Ritter von Raiser in seiner Darstellung „Der Oberdonaukreis des Königreichs Bayern unter den Römern" die „Viereckschanzen" erstmals erfasst und sie als römische Befestigungen oder Gutshöfe gedeutet. 1931 vertrat Friedrich Drexel die Theorie, wonach es sich bei den Anlagen um Heiligtümer gehandelt haben könnte. Neuere Befunde lassen allerdings eher auf landwirtschaftliche Anlagen schließen. So wurde etwa in der „Schanze" von Fellbach-Schmiden ein tiefer, holzverschalter Brunnen (datiert ins Jahr 123 v. Chr.) freigelegt. Auf der Sohle des 20 Meter tiefen Schachtes fanden sich gut erhaltene geschnitzte Tierfiguren aus Eichenholz. Siegwalt Schiek entdeckte in einer „Viereckschanze" bei Ehningen Reste zahlreicher Pfostenbauten, die das Bild eines Bauernanwesens vermittelten. Jedoch gibt es noch immer keine zweifelsfreie Deutung der Anlagen.

Keltenschanzen könnten Versammlungsorte von Priestern gewesen sein, von denen Julius Caesar aus dem Lande der Carnuten (Gallien) berichtete, öffentliche Gerichtsplätze oder auch umzäunte Volksspeisungsplätze, wie sie der Avernerkönig Loverios unterhalten haben soll. Am wenigsten trifft ihre wahre Bestimmung wohl die schon genannte Bezeichnung „Viereckschanze", denn bei keiner Schanze fanden sich Hinweise, dass sie als militärische Wehranlage oder Fort gedient hätte.

Text verfasst von Roland Detsch, entnommen aus http://www.cpw-online.de

weitere Informationen unter http://www.lexikon-definition.de/Keltenschanze.html


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